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Glaubenssätze auflösen, oder reicht es, wenn sie ihre Wirkung in deinem Alltag verlieren?

Autorenbild: Kathrin Rottmann
Kathrin Rottmann
13. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Sept.

Glückliche Frau mit ausgestreckten Armen am Strand. KI-generierte Illustration.

Manchmal ist es leichter zu verstehen, um was es geht, wenn man die Dinge kennt, um die es nicht geht, und sich auf diese Weise dem eigentlichen Kern zu nähern.

Und worum es bei Feel Flow Fade® definitiv nicht geht, ist das Auflösen von Glaubenssätzen!

Dennoch haben diese Glaubenssätze etwas mit Feel Flow Fade® zu tun. Nämlich insofern, als diese Glaubenssätze, ohne dass wir es merken, im Alltag etwas in uns auslösen.


Wenn ein Glaubenssatz im Alltag etwas in uns auslöst


Meine liebevolle Mutter hat mich zum Beispiel in meiner Kindheit oft darum gebeten, nicht so aufzudrehen, nicht zu temperamentvoll zu sein, weil sie als sehr zarte Persönlichkeit meine Energie, mein Temperament und meine Spontanität manchmal einfach als zu viel empfand.


Was nicht dazu geführt hat, dass diese Spontanität, Energie, Lebensfreude und auch das manchmal vielleicht ein bisschen Drübersein sich aufgelöst hätten. Was aber passiert ist: Jedes Mal, wenn ich so war, hatte ich ein schlechtes Gewissen.


Ich erinnere mich noch an einen Auftritt, den ich hatte. In der Zeit habe ich noch als Messemoderatorin gearbeitet und dort hatte ich eine kleine Rolle auf der Bühne. Der Kunde fand es super, mit welchem Engagement, welcher Begeisterung und welchem Temperament ich auf der Bühne stand.

Als ich das später meiner Mutter erzählte, sagte sie:


„Aber bitte übertreibe nicht wieder so.“


So einer der vielen Momente, in denen ich diese Unsicherheit spürte, diesen Schmerz, aber auch diese Angst: Bin ich jetzt zu viel für die Menschen?


Es war jedes Mal verbunden mit einem Impuls des Rückzugs, während gleichzeitig der Impuls, mein Temperament auszuleben, spürbar war. Manchmal war ich dann wirklich drüber, eigentlich vielleicht nur, um diesem anderen Impuls etwas entgegenzusetzen. Und manchmal war ich zurückhaltender, als es nötig gewesen wäre, um wiederum dem anderen Impuls etwas entgegenzuhalten.




Wie Feel Flow Fade® bei der Wirkung von Glaubenssätzen ansetzt


Mit Feel Flow Fade® habe ich die Körperempfindung, die in solchen Momenten hochkam, angeschaut – allerdings erst viele Jahre später. Denn diese eine Geschichte liegt schon 30 Jahre zurück. Aber dieses Pingpongspiel – wie weit gehe ich mit meinem Temperament raus und wie weit halte ich mich zurück? – begleitete mich mein Leben lang.

Bis ich Feel Flow Fade® auf dieses Thema anwenden konnte, weil es sich plötzlich in einer aktuellen Situation wieder zeigte.


Ich habe mich mit der Körperempfindung unter diesem Gefühl von Unsicherheit, die aufgrund dieses inneren Konfliktes entstand, hingesetzt und sie liebevoll angeschaut. Nichts weiter.


Ich bin nicht in die Kindheitsgeschichte gegangen, habe mir nicht diesen Glaubenssatz vor Augen geführt und bin einfach nur in die pure, in diesem Moment spürbare Körperempfindung gegangen.


Der Aufhänger in diesem Moment war, dass ich wieder einmal in einer Situation war, die dieses Gefühl in mir hervorgerufen hat.



Der Glaubenssatz ist noch da - seine belastende Wirkung nicht


Das Gefühl war nicht gleich nach dem ersten Feel Flow Fade® Prozess vollständig weg, aber ich konnte doch schon eine Entlastung spüren. Aber in der Tat hat es vielleicht nur zwei, drei Feel Flow Fade® Sitzungen gebraucht. Und ich kann sagen: Heute erinnere ich mich an diesen Glaubenssatz. Er ist nicht weg.


Was allerdings weg ist, ist die Unsicherheit, die Enge, diese Zerrissenheit, wenn ich in eine ähnliche Situation komme beziehungsweise in eine Situation, die dieser alten ähnelt.


Ich bin frei. Ich kann jetzt spontan agieren, ohne aus dieser Menge an Druck heraus. Und vor allen Dingen fühle ich mich frei von der Unsicherheit: Bin ich vielleicht drüber? Oder bin ich jetzt hier nur zurückhaltend, weil mein altes Muster agiert?

Diese ganze Sache ist heute einfach kein Thema mehr.

Gleichzeitig erkenne ich heute den liebevollen Versuch meiner Mutter, mich ein wenig in eine Richtung zu lenken, die für den einen oder anderen Menschentyp vielleicht angenehmer ist. Es war ihre beste Absicht.


Mein Herz ist nicht mehr bedrückt und unsicher, und ein latenter Vorwurf,

den ich vielleicht früher in meinem Herzen hatte, ist einem liebevollen Gefühl gewichen.



Was bedeutet das für Glaubenssätze?


Bei Feel Flow Fade® geht es nicht darum, Glaubenssätze aufzulösen oder sie gedanklich zu verändern. Wir gehen auch nicht in das Gefühl hinein, sondern wenden uns ausschließlich der darunterliegenden Körperempfindung zu. Verliert diese ihre belastende Wirkung, kann der Glaubenssatz noch da sein – ohne unser Erleben und Handeln im Alltag auf die gleiche Weise zu bestimmen.




Über die Autorin

Kathrin Rottmann, Entwickerin von Feel Flow Fade®





Kathrin Rottmann ist Entwicklerin von Feel Flow Fade® sowie erfahrene Yoga- und Meditationslehrerin. Seit mehr als 20 Jahren lehrt und begleitet sie Menschen in den Bereichen Meditation, Philosophie und Seelsorge. Sie ist bei der Anusara School of Hatha Yoga als Subject Matter Specialist (SMS) für Philosophie anerkannt sowie bei der Yoga Alliance als E-RYT 500 und YACEP registriert.

In ihrer Arbeit verbindet sie Erkenntnisse und Praxis der nondualen Śākta-Śaiva-Tradition mit Perspektiven der modernen Emotionsforschung, insbesondere dem Konstruktionsmodell von Lisa Feldman Barrett. Feel Flow Fade® ist ein von ihr entwickelter Ansatz für den Umgang mit belastenden Gefühlen: Nicht das Thema, der Glaubenssatz oder das Gefühl selbst wird bearbeitet. Im Mittelpunkt steht die darunterliegende Körperempfindung, die bis zum Fade – bis hin zu Weite und Neutralität – begleitet wird.



 
 
 

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